Steuerung eines Hubschraubers

Steuerung eines HubschraubersWir können den Wagemut der Hubschrauberpioniere gar nicht genug bewundern. Ohne die geringste Erfahrung, wie sich ihre wenig vertrauenserweckenden Apparate steuern ließen, stiegen sie mit Todesverachtung zu immer neuen Flugversuchen auf. Heute haben wir es wesentlich leichter. Anfänger greifen auf das Wissen bestens ausgebildeter Piloten zurück. Die Technik ist viel zuverlässiger und vor allem beherrschbarer geworden. Die Vielfalt der Bauweisen ist groß, bezieht man nicht nur bemannte, sondern auch unbemannte Modellhubschrauber mit ein. Trotzdem ist ihre Steuerung der Steuerung eines Hubschraubers meistens ähnlich. Gemeint ist hier ein Helikopter mit einem Hauptrotor und Heckrotor.

Die Theorie

Sie sitzen also auf dem Startplatz in ihrem Hubschrauber. Ihre linke Hand greift einen Hebel neben dem Sitz, ihre rechte den Steuerknüppel zwischen ihren Beinen. Die Füße stehen auf zwei Pedalen. Mit den Händen kontrollieren Sie den Hauptrotor, mit den Füßen den Heckrotor. Inzwischen hat die Turbine die richtige Drehzahl erreicht und Sie möchten abheben. Ziehen Sie mit der Linken den Hebel nach oben. Dadurch werden die Rotorblätter schräger gestellt, das heißt, sie drücken mehr Luft nach unten. Ist die gewünschte Flughöhe erreicht, stellen Sie die Blätter wieder etwas zurück. Jetzt möchten Sie nach links schauen. Treten Sie auf das linke Pedal und die Nase dreht sich in diese Richtung. Das Gleiche funktioniert auch rechts. Immer nur auf einer Stelle schweben ist ziemlich langweilig. Drücken Sie den Steuerknüppel nach vorne und neigen damit die Drehebene des Hauptrotors. Die Luft wird nicht mehr senkrecht nach unten geblasen, sondern mehr nach hinten. Der Hubschrauber geht in den Vorwärtsflug über. Ganz entsprechend können Sie in jede beliebige Richtung fliegen.

Die Praxis

Im Prinzip ist die Steuerung eines Hubschrauber also ganz einfach, weil sie den natürlichen Reflexen folgt. Die Praxis sieht leider anders aus. Sobald sich das Landegestell vom Boden löst, bricht durch das Drehmoment des Hauptrotors der Rumpf in die Gegenrichtung aus. Der Pilot muss mit dem Heckrotor gegensteuern. Verringert er die Schrägstellung der Rotorblätter, nimmt auch das Drehmoment ab. Damit der Hubschrauber nicht wegdreht, ist eine erneute Korrektur des Heckrotors notwendig. Im Geradeausflug erzeugt das vorlaufende Blatt mehr Auftrieb als das zurücklaufende. Mit der Folge, dass der Rumpf zur Seite kippt. Sie merken schon, dass ein Hubschrauber auf der Luftsäule so sicher balanciert, wie der Bleistift auf der Fingerspitze. Jede Steuerbewegung in der einen Richtung erfordert die ständige Anpassung der anderen Parameter.

Die Realität

Hubschrauberfliegen ist nicht leicht. Aber haben Sie das nicht auch vom Fahrradfahren gedacht, als Sie das erste Mal auf dem Sattel saßen? Hubschrauberfliegen ist erlernbar und sicher die aufregendste Art, sich die Welt von oben anzuschauen.

Bildquelle: blitzmaerker  / pixelio.de

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